Unsere Credos

1. Form folgt “Key Drama”

Jeder Ort hat ungeschriebene Gesetze, die ihn definieren. Oft ist es ein verborgener Konflikt, der einen Ort interessant macht und unser dortiges Handeln bestimmt. In Fußballstadien ist es völlig okay, mit der Masse zu singen, aber in Fahrstühlen schweigen wir lieber, genau wie im Museum. Diese unsichtbare Kraft nennen wir Key Drama. Es bildet die Basis einer Dramaturgie, die in räumliche Gestaltung übersetzt und durch narrative Elemente erlebbar gemacht wird. Einzelne Informationen werden so organisch und natürlich im Designprozess miteinander verbunden und formen eine ganzheitliche Gestaltungslösung.

2. Begreifen durch Anfassen (das Montessori-Prinzip)

Maria Montessori geht in ihrer Pädagogik davon aus, dass der begrifflichen Wahrnehmung die Wahrnehmung mit allen Sinnen vorausgeht. Die von uns entwickelten narrativen Elemente verstehen wir demnach auch als Sinnesmaterialien. So werden Inhalte und Botschaften zu einer multisensorischen Geschichte, die intuitiv erlebt werden kann. Durch diese Partizipation wird der Besucher selbst zum Teil der Erzählung.

3. Bedürfnisse & Vorwissen der Zielgruppe verstehen

Um den richtigen Ton zu treffen, ist es unabdingbar zu wissen, wie der Besucher tickt. Deshalb ist eine genaue soziale Recherche wichtig. Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit. Um sie zu erreichen, versuchen wir zu verstehen, welche Bedürfnisse und Erwartungen der Besucher hat und auf welche Reize er reagiert. Welcher Impuls triggert die Bereitschaft zur Informationsaufnahme in reizüberfluteten Umgebungen? Dieses „Momentum“ ist das erste Zwischenziel und Voraussetzung narrativer Gestaltung.

4. Multidisziplinär – Rollenverteilung

Außerhalb der Box zu denken erfordert Mut. Wir machen das mit so vielen professionellen Sichtweisen wie möglich. Zusätzlich versuchen wir immer, folgende Rollen gleichmäßig zu besetzen. Den Broker (der, der alle kennt, die was können), den Owner (der, der alles weiß, aber niemanden kennt) und den Creator (der, der den Broker und Owner nervt, bis diese auf neue Muster stoßen). Je unterschiedlicher diese Variablen sind, desto höher ist nach Prof. Dr. Kruse die „…Variabilität im System“. Das ist die Grundvoraussetzung für Kreativität, unerwartete Konzepte und neue Designlösungen.

5. Übergänge

Spezielles Interesse haben wir an Transformationsräumen. Was passiert beim Übergang einer Geschichte in die nächste? Ab wann kann ich mich beim Kinobesuch vom Alltag entfernen und mich dem Kinoerlebnis zuwenden? Wie funktionieren Foyers? Dieser Raum wird in der Fachsprache Liminal Space genannt. Man kann ihn auch als Geburtskanal verstehen. Es ist ein sehr wichtiger Bereich, der den Weg für das kommende Erlebnis ebnet und den Besucher vorbereitet.